Die Váczy-Sammlung und ständige Ausstellung
 

GEÖFFNET: täglich ausser Montag, vom 1. März bis 31.
Oktober von 10 bis 18 Uhr,vom 1.
November bis 28. Februar von 10 bis 17 Uhr.


Váczy- Sammlung
/GebÄude des Ungarischen Ispita/

Nefelejcs-Durchgang 3, H- 9022 Gyõr,
Tel./Fax: 00-36-96-318 141


Ein sehenswertes Gebäude der Innenstadt von Gyõr, das Ungarische Ispita (Hospital) beherbergt die aus der Kunstsammlung Professors der Geschichte Péter Váczy veranstaltete ständige Ausstellung.
Das Gebäude war ursprünglich ein Heim der allein lebenden, bejahrten, kranken Gyõrer Bürger. Bis zum I. Weltkrieg diente seiner Tätigkeit die von Gyõrer Bischof György Széchenyi 1666 errichtete Stiftung.


Im ersten Drittel der 1700er Jahre wurden die ursprünglich zwei selbstständigen, ebenerdigen Renaissancegebäude mit einem säulenverzierten Innenhof und einem Verbindungsgang sowie einem Stockwerktrakt erweitert und eine Kirche dazugebaut, die 1735 Heiliger Elisabeth geweiht wurde. Der ehemalige Hauptaltarbild - heute verziert es den linksseitigen Nebenaltar - wurde von einem gebürtigen Gyõrer Meister István Schaller zwischen 1740 und 1742 geschaffen.

An seiner äusseren Fassade, in der Nische zwischen den Fenstern des Stockwerks sind die Statuen von Sankt Florian und Sankt Joseph zu sehen.
In den 1960er Jahren wurde das Gebäude umgebaut und in grösstenteils Einzimmerwohnungen aufgeteilt. 1963 wurde in seinem Hof ein Zierbrunnen mit dem Vogelskulptur Phoenix von Miklós Borsos aufgestellt.

1994 liess die Städtische Selbstverwaltung auf Initiative von Bürgermeister Ernõ Kolozsváry, aufgrund der Pläne von Miklós Foltányi und Gábor Winkler den Zustand des XVIII. Jahrhunderts wiederherstellen und das Gebäude zum Museum umbauen.



About the Private Collector


In seinem Ausstellungsräumen sind ab November 1994 die Privatsammlung von Péter Váczy und mit einem monatlichen Wechsel in erster Linie Ausstellungen der zeitgenössischen bildenden Kunst zu sehen.
Péter Váczy wurde am 17 März 1904 in Ruttka (Komitat Túróc) geboren. Nach der Beendigung der Kassaer Mittelschule studierte er an der philosophischen Fakultät der Budapester Universität. 1928 promovierte er. In Wien, im Ungarischen Institut für Geschichte führte er Forschungen über die ungarische Geschichte des Mittelalters durch, später verbrachte er als Stipendiat eine längere Zeit in Rom und in Paris. Ab 1929 arbeitete er in der Archivabteilung des Ungarischen Nationalmuseums. 1937 unterrichtete er als Privatdozent der Budapester Universität westeuropäische Geschichte der X-XII. Jahrhunderte, dann war Professor des Lehrstuhls für Universalgeschichte des Mittelalters. 1940 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt. 1940-42 war er ordentlicher Professor des Lehrstuhls für Mittelalter an der Klausenburger Bolyai-Universität, 1942 ordentlicher Professor des Lehrstuhls für Universalgeschichte des Mittelalters an der Péter Pázmány Universität.

Über das Gelangen seiner Sammlung nach Gyõr schrieb Bürgermeister Ernõ Kolozsváry: -"Vor zwei Jahren suchte ich zum erstenmal Professor der Geschichte Péter Váczy auf, dessen Privatsammlung durch die Möbel aus den XVI-XVIII. Jahrhunderten, Porzellan, Glas, Teppiche, Kirchengeräte einen Ruf fürs ganze Land hatte. In einem Nu kamen wir zum Einverständnis - er wollte, dass die Sammlung zusammenbleibend weiterlebt, und ich, dass die wunderschöne Sammlung grossen Wertes nach Gyõr gelangt und den Rang meiner Stadt hebt." 
Es ist bedauernswert, dass Péter Váczy die Vorstellung seines Lebenswerks nicht mehr erleben konnte. Zwei Wochen vor der Weihung des ersten Sitzes des Museums ist er für immer fortgegangen.


Die ständige Ausstellung The Permanent Exhibition


Den Kern der Sammlung von Péter Váczy bilden Renaissance- und Barockmöbel, Gegenstânde bildender Kunst und Kunstgewerbes.
Zu den schönsten Möbeln gehören neben einer spanischen Schreibtruhe mit Beineinlage vom Anfang des 16. Jahrhunderts, ein Arm-sessel mit Lederpolster aus dem 16. Jahrhundert, einem runden Tisch mit Löwenbeinen, einem Ausstattungskasten mit Rosettenornament, Giacomo Piazzettas prâchtiger Konsoletisch mit Engelfiguren sowie einer reichlich geschnitzten italienischen Anrichte unter den oberungarischen Schrânken aus dem 17. Jahrhundert ein reich verzierter und auch in unrestaurierter Form einen überwâltigenden Anblick bietender Kabinettschrank sowie ein mit Stuckmarmorbemalung geschmückter zweitüriger Kleiderschrank, mit dem Wappen der Familie Pethõ an seinem Giebel.

Ebenfalls treffliche Meisterwerke sind die intarsierten oder bemalten Rokoko-Kommoden, der norditalienische Schreibschrank, ferner die geschnitzten oder mit Intarsien verzierten Stühle, die Spiegel mit vergoldetem, geschnitztem Rahmen sowie ein Epitaphium vom Ende des 17. Jahrhunderts. 

Unter den im Verhâltnis zur Grösse der Sammlung wenigen Schöpfungen der bildenden Kunst finden wie solche Meisterwerke wie das Sienaer Gemâlde "Maria mit dem Jezuskind und Heiligen" aus dem 15. Jahrhundert, Pietro Muttonis Iphigenias Aufopferung darstellendes Bild, das als die Arbeit von Sebastian Bourdon identifizierte, eine biblische Szene darstellende Gemâlde, die Martyriumszene von Gregorio Guglielmi, ein Kerzenleuchter Engelpaar aus Terrakotte (Florenz, 15. Jh.), ein süddeutsches Holzrelief mit einer Szene der Adoration (um 1500), ein Korpus vom Anfang des 16. Jahrhunderts sowie das Werk eines unbekannten süddeutschen Meisters, die Metterzia.

Die Holzstatuen aus dem 18. Jahrhundert aus Ungarn von József Lénárt Wéber, J. J. Stammel und zwei unbekannten Meistern sind beachtenswert. 

Unter der kleineren Gebrauchsgegenständen sind die italienischen und spanischen Renaissance-Jardinieren, das bronzene Öllicht von Anrea Briosco (Riccio), der vergoldete Silberkelch eines Lõcseier Meisters aus dem 17. Jahrhundert, einige glasierte Tonwaren und Schmuckstücke aus Fayence und Porzellan, Denkmäler der Glaskunst des 18. Jahrhunderts, Empire Uhren und das Nachlicht eines Pester Silberschmiedes (Franciscus Paschperger).

Die Sammlung umfasst auch Textilien. Ausser den iranischen und kaukasischen Teppichen und dem bedruckten indischen Stoff finden wir Samt- und Seidenstoff-fragmente, eine Gobelinstickerei aus dem 18. und die Rückseite einer bestickten Kasel aus dem 15. Jahrhundert.

Unter den Gold-und Silberschmiedarbeiten sind das niederländische, Beweinung Christi darstellende, vergoldete Relief aus Kupfer von um 1600 und das Solomons Urteil darstellende, kreisförmige silberne Relief eines unbekannten Meisters aus dem 17. Jahrhundert ausgezeichneter Qualität.

Unter den archäologischen Funden sind in der Ausstellung neben der aus der Windischgrätz- Sammlung angekauften Tanagra Figur noch zwei zu sehen, diese sind die ältesten Stücke der Sammlung. Neben den Nachtlichtern, Dachgiebelverzierungen, winzigen bronzenen Gegenständen aus der Römerzeit zeichnet sich durch seine Schönheit ein mit Relief verziertes Glasgefäss kleinen Formats aus.

In einer gemeinsamen Vitrine sind die mittelalterlichen Kachelfragmente aus Terrakotta und die bemalten mit Glasur, darunter ein Ofenkachel mit Ritterfigur, untergebraucht.

 

Tabernakel, Oberungarm, 17. Jh.
Tabernákulum, Felvidék, XVII. század
Tabernacle, Northern Hungary, 17 century

 
 

Bemalte kommode, um 1740
Festett komód, 1740 körül
Painted chest of drawers,from about 1740


 

Sírõrzõ katona, 
Kína, VIII-X. század


 


© Copyright Municipal Museum of Art, Győr1999-2003 All rights reserved ! Design Dsy